KPIs für Communities, Newsportale und Gaming

Nachdem bereits KPIs für E-/M-Commerce-Unternehmen beschrieben wurden, sind heute KPIs für Newsportale und Communities an der Reihe:

Unique Visits: Mit Visits werden zusammenhängende Nutzungsvorgänge einer Webseite bezeichnet, also die Gesamtzahl aller Seitenabrufe über eine IP-Adresse über einen gewissen Zeitraum hinweg. Je höher die Anzahl an Visits, desto besser. Denn viele Besuche signalisieren eine hohe Nutzung und Aktivität und dies bestätigt das Newsportal oder die Community in ihrem Zweck. Um die Visitzahl nicht künstlich in die Höhe zu treiben, bspw. indem jeder Klick in einem Sudoko-Spiel als Seitenabruf (Page Impression) gezählt oder der Zeitraum sehr kurz gewählt wird, hat der Online-Werbeverband IVW gewisse Regeln festgelegt. Hierzu zählt z.B. der Richtwert von 30 Minuten.
Unique User sind etwas anderes, da oftmals mehrere User dieselbe IP-Adresse benutzen (WGs, Familien, Cafe’s). Unique User sind daher als KPI zwar aussagekräftiger, aber auch schwerer zu messen.

Seitenaufrufe (Page Impressions): Page Impression waren lange Zeit die Währung im Internet. Jedoch hat sie an Gültigkeit eingebüsst, da man mit ihr auch gut wuchern konnte. Nichts destotrotz ist sie weiterhin sehr wichtig – vor allem als Usabilitytool. Schliesslich gibt sie Auskunft über die Aktivität der Benutzer und erlaubt Aussagen darüber, was User interessant finden und was nicht, wo sie sich aufhalten und was sie dort tun.
Werden einige Artikelseiten oder Profile häufiger aufgerufen als andere, hat dies jedoch nicht immer eindeutige Ursachen. Mal mögen die Klicks in die Höhe gehen, weil die Seite an prominenter Stelle platziert ist, mal ist die Seite aber auch schlecht benutzbar und die User rufen die Seite immer wieder erfolglos auf.

Referral sources: Leider viel zu unbeachtet sind die Quellen der User, also wie sie von einem Webportal erfahren haben.
Dass dies sehr wichtig ist, wird klarer mit Blick auf das Marketingbudget. Dieses soll ja möglichst effektiv ausgegeben werden und dies geht nur, wenn man weiss, wo der ganze Traffic herkommt. Während die eine Website ihren Traffic über Google (z.B. Reiseplattformen) generiert, mag es bei einer anderen jedoch Social Media sein und bei einer dritten Webseite sind es wiederum eine Mund-zu-Mund-Propaganda-Quote von 50%.
Man muss die Anteile an Trafficbringer kennen, um sein Marketingbudget zu optimieren.

Freunde: Wer viele Facebook-Freunde, Twitter-Follower oder Youtube-Abonnementen besitzt, gilt als gut vernetzt, Meinungsführer und Multiplikator. Solche User werden gern identifiziert, um sie für virale Werbekampagnen und zum Agenda-Setting einzusetzen.

Verweildauer: Neben der Anzahl an Klicks und Visits ist auch die Verweildauer ein wichtiger KPI. Was nützen einem viele Klicks, wenn sie nicht von Dauer sind? Im Community- und Gamingbereich spricht man daher immer von DAUs und MAUs, also die daily/monthly active users. Wenn man deren Anteil kennt, lässt sich der andere Teil relativ sicher den sog. „Dead Accounts“ zuordnen, also jene User, die zwar noch registriert, aber regungslos sind.

Engagements-KPIs: Communities und Gamingportale, die im Bereich Gamification und Free2Play aktiv sind, bedürfen auch diverser KPIs mit denen sich das Engagement der User messen lässt. Manchmal ist es ratsam, z.B. die Anzahl an Forenbeiträgen, Anzahl an Newslettersubscriptions, Anzahl an Apps, Teilnahmehäufigkeit an Gewinnspielen oder Einladungen in Facebookgruppen pro User zu tracken, um auf dessen Basis die gesamte Nutzerschaft in Meinungsführer respektive Hardcore-Gamer und Mitläufer zu teilen.

Konversionsrate: „alles fliesst, nichts bleibt“…das soll nicht sein. Nichts zählt mehr als die Konversionrate bzw. der sog. Conversionfunnel. Ist der User einmal da, soll er sich auch registrieren, kaufen und bittschön die ganzen Banner klicken. Conversionrates, wie z.B. Besucher zu Registrierung und dann Registrierung zu definierter Interaktion (Bestellung, Abo-Abschluss, Gewinnspielteilnahme, Weiterempfehlung, etc.) sind daher ein absolutes Muss zu tracken. Sie dienen als wichtigster Beleg für die Performance und Daseinsberechtigung einer Community, eines Shops oder eines Newsportals und dienen ferner zur Argumentation gegenüber Investoren und Werbepartnern.

In diesem Zusammenhang sei auch auf die CPCs, CPLs und CPOs verwiesen, also die Kosten pro Klick, Lead und Order, sprich, wie teuer mir ein User in all seiner Akquise und Aktivität wert ist. Marketingaktivitäten mit hohem CPC, aber niedriger Conversionrate sind sofort einzustellen! Selbiges gilt für Marketingaktivitäten mit schlechter Click-Through-Rate (CTR), denn was nützen viele Page Impression, wenn sie nicht geklickt werden?

Das war’s auch schon auf die Schnelle und in aller Kürze. Wer sich für KPIs im E- und M-Commerce interessiert, findet hier die Infos.

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