Wenn der Geldgeber insolvent geht…

Ohne Eigenverschulden insolvent gehen? Klingt komisch, ist aber möglich – dieser Blogbeitrag erzählts…

Vordergründig schien es Changers und Twago 2012 gut zu gehen, im Hintergrund jedoch kämpften diese Start-ups mit erheblichen finanziellen Problemen.
Denn ihre Geldgeber waren selbst in finanzieller Schieflage und brachten die beiden Start-ups in arge Bedrängnis.
Changers wurde nämlich nicht von einem VC, sondern vom Solartechnik-Unternehmen Centrotherm finanziert. Leider waren die letzten Jahre alles andere als erfolgreich für die Solarbranche. Viele Unternehmen, z.B. Q-Sells wurden zahlungsunfähig und auch die Aktie von Centrotherm verlor 2011 über 60%. Eine Konsequenz dessen war, dass man alles abseits des Kerngeschäfts in Frage stellte und somit auch die finanzielle Unterstützung an Changers nicht wie geplant fortsetzte. Changers musste daher Anfang 2012 die Insolvenz anmelden.

Beim Outsourcing-Marktplatz Twago war es ähnlich. Auch Twago meldete Anfang 2012 Insolvenz an und Schuld waren ebenfalls Finanzprobleme beim Investor. Dessen Konten sollen aufgrund von Steuerproblemen eingefroren werden. Ergo: Es konnte auch kein Geld an Twago überwiesen werden. Dies mündete dann in der Zahlungsunfähigkeit. Dies war umso bitterer, als dass das Tagesgeschäft von Twago zu stimmen schien. Man sprach von Wachstumsraten um die 40%, einem durchweg positiven Medienecho in der deutschen Presselandschaft sowie von voranschreitender Internationalisierung.

Und jetzt?

Beide Start-ups gibt es noch – das ist die positive Nachricht. So hat das Führungsteam von Changers die Blacksuared GmbH gegründet und die Changers-Assets mit privaten Mitteln zurückerworben. Mit neuem Elan und besseren Investoren geht es seit dem Sommer 2012 wieder vorwärts.

Und Twago hat sich vom Gesellschafterkreis her neu aufgestellt. Die Altinvestoren sind raus und neu hinzugekommen sind German Media Pool und Euro Serve Media, die insgesamt 2,25 Mio. Euro an Geld und Medialeistung investieren. Zudem wurden alle relevanten Vermögenswerte und Mitarbeiter übernommen.

Dass Changers und Twago trotz dieser ganzen Schwierigkeiten nicht aufgegeben haben ist ein sehr schönes Beispiel für die Szene und verdeutlicht, dass Unternehmertum keine leichte, aber absolut lohnenswerte und von Leidenschaft geprägte Sache ist. Beiden Start-ups kann für ihren weiteren Werdegang nur alles Gute wünschen.

Fazit:

Schiller’s „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ gilt für in der Start-ups-Szene für beide Parteien: Investoren wie GründerInnen. Es muss nicht immer eine umfassende Due Diligence sein, aber ein Blick in z.B. den Bundesanzeiger oder ein gewisses Nachrecherchieren ist absolut zu empfehlen.
Wie man seinen VC-Partner besser kennenlernen kann, zeigt sich hier.

Weitere Informationen zum Thema Scheitern und Failure gibt es hier

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