Gründerstory: HSGler Kilian Thalhammer und Paymill

Kilian Thalhammer über Paymill und wie er kleinen- und mittleren Online-Shops Kreditkartenzahlungen ermöglicht

Kleine und mittlere Online-Händler bereitet der Payment-Prozess oft grosse Schmerzen: Mal lohnt es sich finanziell nicht, viele verschiedene Bezahlmöglichkeiten anzubieten, mal hindern administrative und technologische Aspekte den Händler hier neue Wege zu gehen. Mit PAYMILL gehören diese Probleme der Vergangenheit an. Mehr dazu erläutert Mitgründer Kilian Thalhammer in diesem Artikel.

kilian thalhammer

Kilian Thalhammer

„Grosse, bekannte und etablierte Online-Shops bieten die gesamte Bandbreite von Bezahloptionen an. Bei kleineren Online-Shops, also mit einem Umsatz von bis zu 5 Millionen Euro, ist das nicht der Fall und zwar aus einem ganzen Bündel an Gründen: So lohnen sich Rechnungskauf und Lastschrift wegen des Risikos nicht für kleine Händler. Und da es für Kreditkarten bislang keine Lösung gab, blieben häufig nur PayPal, Vorkasse und weitere Nischenprodukte, wie sofortüberweisung.de, o.ä. Solche Bezahlvarianten unterliegen jedoch Einschränkungen hinsichtlich ihrer Reichweite, erläutert Kilian Thalhammer einige der Probleme. „Wir von PAYMILL bieten daher eine sehr kostengünstige und unkomplizierte Paymentlösung an, die sich (1) schnell in das jeweilige Shopsystem integrieren lässt, mit denen (2) Kreditkartenzahlungen zuverlässig abgewickelt werden, (3) die den Betreibern grösstmöglichen Gestaltungsspielraum hinsichtlich des Checkout-Prozesses ermöglicht, sowie (4) die sichere Speicherung der benötigten Bezahldaten übernimmt“, so Kilian weiter.

Im Grunde sei PAYMILL die Online-Variante der momentan stark gehypten Mobile-Payment-Anbieter Payleven, SumUp und Streetpay (nach amerikanischen Vorbild Square) – nur ohne Hardware und mit fester technischer Integration.  Die Bezahlung mit Kreditkarte ist demnach auch im Netz ein starkes und vor allem wachsendes Segment. Auf eine Bandbreite zwischen 20-40% des Umsatzes schätzt Kilian Thalhammer den Anteil, der über Kreditkarten in Deutschland abgewickelt wird. Vom Transaktionsvolumen her auf Augenhöhe mit PayPal – auch wenn man natürlich Branchenunterschiede berücksichtigen muss.
Doch angesichts dessen, dass die Deutschen oder überhaupt die Europäer dem Klischee nach nicht zu den grossen Kreditkartennutzern (z.B. im Vergleich zu den Amerikanern) gehören, überrascht diese Dimension schon. Kaum verwunderlich also – angesichts dieser Zahlen – das Paymill momentan in 39 Ländern aktiv ist und somit ganz Europa abgedeckt.

Die Story hinter Paymill

„PAYMILL entstammt Rocket Internet und wir sind somit kein klassisches Start-up, wo ein Gründungsteam eine eigene, originäre und technologisch völlig innovative Geschäftsidee hatte. Wir orientieren uns eher an bestehenden Marktplayern und adaptieren die Grundidee, rollen diese dann effizient und auf lokale Gegebenheiten aus. Typisch deutsche Start-ups eben… Ich selbst bin dazu gestossen, da man im Team noch jemanden mit entsprechendem Payment-Hintergrund benötigte. Und den brachte ich durch meine vorherigen Tätigkeiten bei Ratepay (Exit an Otto) und der Swiss Post Solutions (Bereich Payment) mit. Zudem wollte ich von Berlin wieder zurück nach München. Es hat also in mehrerer Hinsicht gut gepasst“, verdeutlicht Kilian seine Motivation bei PAYMILL an Bord zu gehen.

„Doch nur weil wir PAYMILL von Rocket zu Beginn begleitet wurde, heisst das nicht, dass wir gleich mit einem Riesenbudget finanziert waren“, stellt Kilian heraus. Rocket stelle das erste Team und dieses müsse dann von sich aus performen. Ein Vorteil in der Zusammenarbeit mit Rocket sei jedoch, dass man auf eine Vielzahl von Kontakten zu Investoren zurückgreifen könne.

Und wie das eben bei „Rocket-Startups“ so ist, folgt PAYMIL der Logik des „next big things“: Nach E-Commerce nun also Payment. Und dass man sich an einer Vielzahl von Vorreitern, wie zum Beispiel EvoPay, JudoPay, Braintree oder Stripe orientiere, sei völlig legitim.

Besorgt darüber, dass sich Stripe und PAYMILL demnächst in die Quere kommen könnten, ist Kilian jedoch nicht: „Stripe fokussiert sich zunächst mal auf ein anderes Kundensegment. Sie bedienen quasi nur Shops mit einem Jahresumsatz von bis zu 250‘000 US-Dollar. Wir hingegen gehen auch darüber hinaus und adressieren Händler, die einen niedrigen Millionenumsatz erwirtschaften. Zudem ist für Stripe der amerikanische Markt gross genug. Um in Europa ebenfalls Fuss zu fassen, müssten sie eine Unmenge an regulatorischen Hürden und länderspezifischen Unterschieden überwinden. Hinzu kommen die verschiedenen Sprachen und Währungen.“

Lessons Learnt für HSG’ler

Auf die Frage nach dem Gehalt, dass sich Gründer auszahlen dürften, rät Kilian dazu, sich die Vergütung im gesamten Paket anzuschauen. Wer nur einen kleinen, einstelligen Prozentsatz am Unternehmen hält, darf fix mehr verdienen. Wer sich jedoch über einen möglichst grossen Anteil incentiviert, der solle beim Fixgehalt einige Abstriche machen. Weiter ist die Gestaltungsmöglichkeit und die Lernkurve ein Faktor den man beim Vergleich zum Grosskonzern nicht zu niedrig bewerten sollte.

Der persönliche Fit im Team sei ebenfalls nicht zu verachten, schliesslich arbeite man täglich zusammen. Wenn die Chemie nicht stimme und wenn Kompetenzen nicht einigermassen klar zugeordnet seien, könne intern viel unnützer Reibungsverlust entstehen. Deswegen sei es auch zu empfehlen, sein Start-up entsprechend zu strukturieren. Statt immer wieder neue Ressourcen reinzuholen, um bestehende Probleme oder Engpässe zu überwinden, sei es häufig besser, die eigenen Prozesse zu analysieren und auf die jeweilige Situation hin anzupassen. Dies würde auf lange Sicht den kurzfristigen Vorteilen durch neue Ressourcen überwiegen.

Potentiellen „HSG-Gründern“ rät Kilian ferner zu einer pragmatischen und risikobereiten Herangehensweise. „Man müsse mit den Ungewissen leben und agieren können und keine Angst haben, Fehler zu begehen“, dass sei es, worauf es in der Führung eines Start-ups primär ankomme. Und weiter: „Vieles kann man im Vorfeld nicht bestimmen, da muss man einfach mal etwas ausprobieren und im Fall, dass es schiefgeht, entsprechend schnell gegensteuern. Im Endeffekt überlebt der, der ein gutes Produkt besitzt und nicht der, der zögert und intensiv die Wettbewerber beobachtet.“

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