HSG-Gründerstory über Lock8 und Franz Salzmann

Wer glaubt dass sich „Connect Devices“ nur auf Autos und Küchengeräte beziehen, wird in diesem Blogpost eines besseren belehrt: Denn endlich gibt es mit Lock8 ein diebstahlsicherndes sowie erlösbringendes Fahrradschloss. Wie das genau funktioniert, erläutert Mitgründer und HSG Alumnus Franz Salzmann in diesem Artikel.

Immer wieder wurden mir Fahrräder gestohlen

Franz Salzmann (links) verantwortet das operative Geschäft.

Franz Salzmann (links) verantwortet das operative Geschäft.

Franz Salzmann (28) ist leidenschaftlicher, aber auch leidgeprüfter Radfahrer: Insgesamt dreimal wurde ihm während seiner Studienzeit ein Rad gestohlen; in Berlin, in Wien und in Oxford (aber nicht in St. Gallen (!)) und beschloss dann in 2012 diesem unsäglichen Vorgehen ein für alle Mal ein Ende zu bereiten. Nachdem er in 2011 seinen SIM-Master an der Universität St.Gallen abschloss, studierte er in Oxford weiter. Dort lernte er Daniel Zajarias-Fainsod kennen, der ebenfalls seine Erfahrungen zum Thema „Fahrraddiebstahl“ gemacht hat. Für Beide stand daher fest, dass es endlich ein Fahrradschloss braucht, welches sich nicht mehr so leicht knacken lässt. Auf die bisherigen Bügel-, Falt-, Ketten- Kabel- und Rahmenschlösser war schliesslich kein Verlass mehr.

Gemeinsam bastelten sie in den darauffolgenden Monaten an einem Schloss, dass gleichermassen robust, wie elektronisch gesichert sein sollte und ehe man sich versah war Lock8 geboren.

Fahrradverleih 2.0

Lock8 hat es in sich: Es ist ein elektronisches, alarmgesichertes Schloss, welches Bewegungs- und Temperatursensoren beinhaltet und daher selbst gegen Vereisungen geschützt ist. Verändert sich die Temperatur des Schlosses auf unnatürliche Art und Weise, löst es nämlich direkt Alarm aus. Kombiniert mit GPS und GMS-Modulen wird dieser Alarm auf das Smartphone des Besitzers weitergeleitet, so dass er noch nicht mal in unmittelbarer Reichweite seines Rades sein muss, um zu reagieren.

LOCK8 with cable angled

Das Lock8-Fahrradschloss kann somit per Smartphone gesteuert werden und reiht sich dadurch in die Reihe von Gadgets des vielbeschworenen „Internet der Dinge“ ein. Dank der raum- und zeitüberbrückenden Internetverbindung kann Lock8 so nicht nur als Fahrradschloss, sondern auch als Dockingstation genutzt werden, wodurch es wiederum den zweiten grossen Trend des Internets anspricht, der „Sharing Economy“. Bevor ein Rad also nutzlos auf seinen Besitzer wartet, kann dieser sein Rad anderen Personen zugänglich machen und „deswegen haben wir gleich eine Buchungsplattform in die App miteingebaut“, verdeutlicht Franz Salzmann.

Ferner führt er aus: „Der Kauf unseres Schlosses kostet einmalig EUR 199,-. Möchte der Käufer Lock8 zu einem „Connected Device“ konvertieren, muss er ein Abo von monatlich 1,99 Euro zahlen. Dafür kann er sein Fahrrad aber auch vermietbar machen und somit deutlich mehr Geld verdienen, als es ihm die knapp zwei Euro pro Monat kostet. Da man ebenfalls von einer relativ schnellen Umschlagshäufigkeit ausgehen kann, amortisiert sich sein Lock8 zügig und kann zur netten Nebenerlösquelle werden. Zudem ist er frei in der Bepreisung seines Fahrradverleihs, wir verlangen lediglich eine niedrige Umsatzbeteiligung“.

Richtig lukrativ wird es jedoch erst für Businesskunden, wie z.B. Hotels, Grosskonzerne oder Universitäten mit einem weitläufigen Campus. „Für dieses Kundensegment programmieren wir eine Flottenmanagementsoftware, über die man bis zu tausend Räder betreuen kann. Die finanziellen Vorteile, die sich durch die Diebstahlsicherung und durch die effiziente Weiterverwendung ihrer Flotte ergeben, sind enorm“, zeigt sich Franz begeistert.

„Wir erfahren so viel Zuspruch und positives Feedback, wie wir es uns zu Beginn unserer Gründung nicht hätten vorstellen lassen. Vom begeisterten Freizeitradler über den Fahrradverleiher bis sogar hin zu Apple – die uns angefragt haben für ein exklusives Lock8-Event im Berliner Flagship-Store – ist alles dabei. Sehr positiv hat sich hier sicherlich unsere Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter ausgewirkt. Wir starteten diese Kampagne nicht aus Geldnot, sondern aus Vermarktungsgründen. Wir kamen in direkten Kontakt mit einer solchen Vielzahl von zukünftigen Käufern – und zwar weltweit – die wir auf klassischem Wege nie erreicht hätten. Wir wurden von unzähligen Journalisten und Bloggern aufgegriffen, die sich genauso wie wir für dieses Produkt begeisterten und die fasziniert davon waren, wie wir praktisch eine ganz neue Produktkategorie entwickelten. So etwas gibt echt viel PR und aus marketingtechnischer Sicht war unsere Crowdfunding-Kampagne ein durchschlagener Erfolg. Ich denke auch, dass sich hierzu Crowdfunding am besten eignet. Als Finanzierungsquelle eignet es sich meiner Meinung nach aber nur in den seltensten Fällen“, erläutert Franz seine Erfahrungen.

„Für die Finanzierung haben wir es ohnehin nicht gebraucht. Wir haben mit Christophe Maire, Horizons Ventures und Otto Capital genau die drei richtigen Investoren mit an Bord, die wir brauchen. Und wir mögen es sehr, dass es ein solch kleiner Aktionärskreis ist. So bleibt man eine homogene, flexible und gut aufeinander abgestimmte Gruppe“, bekräftigt Franz seine Meinung, dass man sehr genau darauf achten muss, wen man sich als Investor mit ins Boot holt.

Nichtsdestotrotz darf man nicht verschweigen, dass sich die wenigsten Start-ups ihre Investoren aussuchen können. Und Franz hatte zuvor bereits mit Christophe Maire in Berlin zusammengearbeitet. Somit hatte man wenigstens einen Fuss in der Tür und „auf das persönliche Netzwerk kommt es an, wenn man auf Investorensuche geht“, stellt Franz klar. Ein Finanzierungsprozess dauert mindestens sechs Monate und je weniger man sich in solchen Dingen auskennt und je weniger Kontakte man in der Start-up Szene besitzt, desto langwieriger wird es, verdeutlicht Franz die Probleme beim Finanzierungsprozess und rät dazu „sich vom Team her sehr gut aufzustellen, da dies bei den Investoren der wichtigste Faktor ist, ein Start-up zu finanzieren“.

Ebenfalls kann er den HSG‘lern den SIM-Master ans Herz legen: „Ich selber bin ja sozusagen ein SIM‘ler der 6. Generation und da dieses Studienprogramm sehr unternehmerisch strukturiert ist, lohnt es sich für alle gründungsinterssierten Studierenden der HSG.“

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