Investor-Interview mit Florian Schweitzer

Florian Schweitzer, Partner von b-to-v, erläutert in diesem Interview seine Ansichten zu Start-ups und Deals.

florian schweitzer

Lieber Florian, stell Dich zunächst bitte einmal kurz vor.

Ich bin Mitgründer von b-to-v und habe deren Netzwerk von Privatinvestoren seit dem Jahre 2000 kontinuierlich aufgebaut. Für die Interessen von Business Angels engagiere ich mich im Vorstand der SECA. Mein BWL Studium absolvierte ich an der Universität St. Gallen (HSG), an der ich gemeinsam mit weiteren Partnern eine Unternehmer-Organisation gründete, aus welcher heraus die b-to-v Partners AG entstand.

 Was sind b-to-v’s wichtigsten Investmentkriterien bei Start-ups?

–       Das Team

–       Der Markt

–       Das Risiko-Rendite Verhältnis

Habt Ihr eine Art Mindestreturn, den Ihr mit Euren Investments erreichen wollt? 

Das ist unterschiedlich. Wenn es sich um ein „sehr sicheres Investment“ also mit überschaubarem down side risk handelt, ist unsere Renditeerwartung entsprechend tiefer. Meistens aber investieren wir in Start-ups mit einem sehr hohen Ausfallrisiko. Wenn ich das Ausfallrisiko betrachte und zudem kombiniert die Wahrscheinlichkeit von vielleicht 10%, dass ich auf einen „Winner“ setze, muss die Renditewertung höher als 10x das Investment sein, sonst rechnet sich das Venture Capital Modell nicht.

 Wie lange dauert der Finanzierungsprozess bei Euch in der Regel?

Zwischen einigen Wochen und einigen Monaten.

 In was investierst Du/Ihr gar nicht? Was sind Ausschlusskriterien?

Waffen, Drogen und dergleichen. Ansonsten sind wir recht opportunistisch und haben Schwerpunkte in den Bereichen „Internet & Mobile“, „CleanTech“ sowie „MedTech“.

Was sind die drei grössten Fehler die Start-ups in ihrer Bewerbung/Ansprache machen?

1)     Massenmail an X Investoren, z.B. auch die selbe Mail an 5 MA von unserer eigenen Firma – häufig bekommen wir solche Mails von Unternehmen die ohnehin nicht zu uns passen vom Investment Fokus her.

2)     Überzogene/unrealistische Einschätzungen des eigenen Geschäfts (häufig auch mit Minderschätzung des Wettbewerbs).

3)     Wenn ewig bzgl. Vertraulichkeit herumdiskutiert wird, gehen Alarmlichter an. Im Start-up Geschäft kommt es zu über 90% auf fokussierte Execution an. Das Zauberpatent ist für ein Anti-Aids Präparat entscheidend, aber die Formel würde man ohnehin nicht in einen Business Plan schreiben.

 Wie gross ist b-to-v’s Dealquote? [Verhältnis vom Deal-Flow zu den dann getätigten Investments]

Unter 1%

Wieso sollte man sich bei Euch bewerben? Was unterscheidet Euch von anderen Investoren?

Ich denke, zwei Punkte sind wichtig: Wir haben ein sehr gutes Netzwerk für Kooperationspartner, Folgerunden etc. und wir arbeiten gerne mit Menschen zusammen, die einen Unterschied machen wollen.

Wie stehst Du zu dem Recht eines Investors, das Gründerteam/Managementteam zu entlassen?

Das Szenario ist der Supergau und zu glauben, dass man den Gründer durch Person XY ersetzen könnte ist recht naiv – insbesondere in jungen Start-ups. Wenn es soweit ist, haben die Investoren ihr Investment i.d.R. abgeschrieben.

Zum Schluss: Was sollte man noch über Dich/Euch wissen? 

Das wüsste ich auch gerne.

Danke Florian für das Gespräch.

Gern geschehen.

***
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